hajimari no koto | aus den notizen eines hanabushi

30. November 2010

stirb täglich

Filed under: wegworte — by Tengu @ 23:08
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wenn menschen vergessen, dass sie sterben werden, fangen sie an den moment zu vernachlässigen, und es fehlt ihnen an hingabe in ihren taten. sie lassen sich von emotionen, wie gier oder wut, leiten und vernachlässigen ihre menschlichen pflichten, um sinnlosen beschäftigungen nachzugehen.

all deine aktionen müssen geschehen in der gewissheit, dass du danach stirbst. so wird jede handlung zur letzten, und es bleibt keine frage, was zu tun ist, oder wie. indem du täglich stirbst offenbart sich dir das sinnvolle, und du vollbringst deine handlungen mit hingabe.

in armut

Filed under: gedanken — by Tengu @ 11:36
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der ruf nach zivilisation ist ein ruf der angst. aber, angst gibt es nur eine; die angst vor dem leben. wenn menschen sich wirklich als solche entwickeln wollten, würden sie eher danach streben sich selbst zu meistern, als ihre umgebung zu manipulieren.

es ist, an sich, nichts schlimmes daran, von angst und emotionen geleitet zu sein. allerdings, sollte man dann nicht versuchen, andere zu beeinflussen, oder sich mit begriffen wie toleranz, fortschritt, gar freiheit, schmücken.

die dinge, mit denen man sich schmückt, sind die dinge, die einem als mensch fehlen. unsere gesellschaft ist aufgebaut auf äusserlichkeiten; das zeigt uns, dass wir ein volk von grösster innerer armut sind.

29. November 2010

im kreis

Filed under: gedanken — by Tengu @ 12:52
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der tag wird zur nacht, die nacht wird zu einem neuen tag. der frühling lässt die blüten spriessen, der herbst sieht sie fallen. menschen werden geboren und sie sterben. Alles im universum hat einen anfang und ein ende. auf jedes ende folgt ein neuanfang.

in allem was uns umgibt, und in allem was wir sind, erkennen wir, dass nichts existiert, was nicht einem zyklus von kontraktion und expansion folgt; atmungszyklus, menstruationszyklus, schwangerschaftszyklus, jahreszyklus, lernzyklus, wirtschaftszyklus, schlafzyklus, geschichtszyklus, und so weiter. wir sehen,  dass folglich leben und tod nur metaphern für kontraktion und expansion sind. zusammen bilden sie einen existenzzyklus.

licht kann nicht ohne dunkelheit sein, denn erst durch die dunkelheit, können wir licht als solches erkennen. erst durch den tod können wir leben als solches erkennen. warum also sollten wir fürchten, was uns überhaupt erst ermöglicht zu sein? dadurch, dass wir das leben schätzen, den tod aber meiden, verleugnen wir effektiv die hälfte unserer eigentlichen existenz. wenn du schläfst, bist du immer noch du, nur eben etwas anders. ein baum im winter ist immer noch ein baum, nur eben ohne blätter.

warum also fürchten sich menschen vor dem tode? fürchtet sich die lunge etwa nach dem ausatmen vor dem einatmen? fürchtet sich der baum vor dem winter?

über religion

Filed under: gedanken — by Tengu @ 01:03
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eine religion ist eine kulturabhängige veranschaulichung der welt und der zusammenhänge und kräfte, die in ihr wirken. so kennen wir religionen, wie shintoismus, buddhismus, hinduismus, islam, u.v.a. die eigentliche religion des westens ist die sogenannte wissenschaft. aufklärung und zivilisation sind begriffe, die gerne mit wissenschaft assoziiert werden. diesbezüglich sicherlich angebrachter wären ausdrücke wie verklärung und dekadenz. es ist durchaus verständlich, wie die sogenannte wissenschaft, besonders im westen, andere religionen leicht verdrängen konnte. Die wissenschaft lässt uns guten gewissens greueltaten verrichten, zu welchen uns wohl selbst die christliche kirche nur schwer hätte bewegen können. erst die sogenannte wissenschaft hat es uns ermöglicht ethisch unhaltbare konzepte, wie kapitalismus, und illusionen wie demokratie auf breiter front durchzusetzen. die wissenschaft, mit ihren so scheinbar ausgefuchsten, schlüssigen erklärungen und methoden, ist ein instrument mit welchem wir, für uns, leicht jeden anders denkenden als unzivilisierten trottel entlarven können. gesagt, getan. so sehen wir uns als die legitimen herren der welt, verwechseln macht mit recht, schwafeln von integration, meinen gleichschaltung, und verbieten alles, was uns zur selbskritik ermahnen könnte. und noch im selben atemzug heften wir uns, mit inbrunst, das schild „tolerant“ and die stirn. kaum vollbracht rüsten wir im namen christlicher werte zum neuen kreuzkrieg gegen den alten feind. deus lo volt!

28. November 2010

vom glück

Filed under: gedanken — by Tengu @ 20:04
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triebe lassen uns nach bequemlichkeit, wohlstand und macht streben. das sind alles schlechte dinge. sie wirken unserer entwicklung entgegen. was uns vom tier unterscheidet, ist ein wille der uns erlaubt, gegen unsere triebe anzugehen.

eine gesellschaft, die nach wohlstand und ansehen strebt, ist bloss eine herde von vieh. ein mensch aber strebt nach innerer einheit und entwicklung. ob du glücklich bist im leben hängt nicht von äusseren umständen ab, sondern von der schönheit dessen, was du in dir trägst. nichts in dieser welt vermag es, dich wirklich glücklich zu machen. das kannst nur du selbst.

zur schönheit

Filed under: wegworte — by Tengu @ 02:27
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zu jedem problem kannst du tausend lösungen finden, von schönheit aber sind davon nur die wenigsten. wenn du schönheit nicht verstehst, kannst du es zu nichts gutem bringen. schön ist, was seiner essenz treu ist. alles andere ist unschön. was keine funktion hat ist ein makel, und wer schmuck trägt ist im irrtum.

sei eigenartig

Filed under: gedanken — by Tengu @ 02:19
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sei eigenartig; was sollte falsch sein daran? bist du ein individuum, ist es doch nur normal dinge auf eigene art zu tun. warum sollte sich jemand integrieren wollen? integration dient nur dem, der andere kontrollieren will. dem individuum nimmt integration die eigenart; macht es berechenbar; manipulierbar eben. der gedanke, dass ein individuum integration möchte, ist schon ein sehr sonderbarer. steht sie doch klar im widerspruch zur existenz des individuums. sich zu integrieren heisst die eigene individualität zu leugnen. das funktionieren einer echten gesellschaft hängt nicht von ausreden wie gesetz oder integration ab, menschliche reife ist der schlüssel.

zum erwachen

Filed under: wegworte — by Tengu @ 02:17
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indem ich schlafe, leugne ist das wache. wenn ich wach bin, leugne ich das schlafende. (interessanterweise sprechen wir vom wach-sein, also einem zustand, und vom schlafen, also einer tätigkeit. vom wachen als tätigkeit reden wir nur bei der handlung des aktiven nicht-schlafens.) 
das erwachen ist wichtiger bestandteil des weges und ein schrittweiser prozess. wie das erwachen fortschreitet steigt auch die klarheit. mit dem erwachen kommt die erkenntnis, dass man selbst das schlachtfeld ist.

kriege in der welt sind letztlich nur darstellungen des eigentlichen, reproduktionen jenes inneren konflikts. wenn wir ein problem nicht lösen können versuchen wir zu veranschaulichen. so ist auch gewalt nur veranschaulichung innerer zerrissenheit.

die wurzel innerer zerrissenheit und ihrer folgen lässt sich leicht benennen. es ist die handlung des unterscheidens – das da ist schön, das hier aber nicht. diese handlung führt zu einem zustand der unzufriedenheit und zur geburt des individuellen ichs als perfekte täuschung.

daher, übe fleissig und meistere deine gedanken. wenn du den tag in innerer stille verbringen kannst, wenn die nacht zu einem langen gedanken wird, erscheint neues licht am horizont.

sei bestrebt all deine sinneseindrücke und gefühle in ein ganzheitliches inneres bild zu wandeln. übe dich darin eindrücke eines sinnes auf einem anderen abzubilden, bis du schliesslich jeden sinn auf jedem anderen abbilden kannst. ist das einmal erreicht, recht anders erscheint die welt.

von sinnen

Filed under: wegworte — by Tengu @ 02:11
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der krieger will veränderung in sich – von jedem moment auf den nächsten. er will jeden gedanken gedacht haben, jedes gefühl gefühlt haben, am ende des weges. daher, lerne einfach zufrieden zu sein. versuche nicht zu tun was du magst, sondern zu mögen was du tust.

wir machen erfahrungen. wenn wir diese nutzen und brav aus jenen lernen, so geht uns alsbald auf, dass es in der welt – als realität verkannt – nichts wirklich erstrebenswertes gibt. sodann, recht unvermittelt und mit arger klarheit, zeigt sich, dass ausser dem weg da gar nichts ist.

anders ausgedrückt; die qualität deiner schwingung ist das einzige von belang. um die qualität einer schwingung zu erkennen, müssen wir ihrer essenz gewahr werden. tu ab den irrtum und du bist da.

finde deine ebene, verstehe dein handeln, und transzendiere sie in schönheit. sei die raupe, der schmetterling, und das ei. sei der falter, der in dir die flamme findet, in der er brennen will.

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