hajimari no koto | aus den notizen eines hanabushi

27. Februar 2011

kein gleichgewicht

Filed under: gedanken — by Tengu @ 22:26
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gleichgewicht ist bloss ein nachhall vergangener schönheit. der harmonie unfähig, ist es ein zustand, ist es tot.  durch die symmetrie verrät es seine unreinheit. seine essenz ist die spaltung, seine natur die dualität.

die einheit hingegen, sie kennt und braucht kein gleichgewicht, keine symmetrie, denn sie ist frei von zweifel, sie ist eins. ihr wirken ist frei von den trübungen des strebens, frei von emotionen. ihr sein ist zweck und darum schön.

schönheit ist wahrheit darum ist gleichgewicht lüge.

wer liebe predigt aber den krieg verabscheut, der ist ein heuchler und ein feigling. an der wurzel des konflikts liegt immer die liebe, denn kein hass kann sein ohne sie.

gewalt ist, wenn ein zustand einen anderen zwingend zur veränderung bewegt. das bewirken von veränderung ist aber das ziel einer jeden handlung.  jede handlung verurteilt einen bestehenden zustand zu gunsten eines neuen. so ist gewalt die natur handelnder existenz.

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27. Januar 2011

nimm wahr

Filed under: wegworte — by Tengu @ 14:06
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du kannst wohl versuchen, dich als teil der welt zu verstehen, nur erreichen wirst du so nicht viel. die wahre einheit offenbart sich dir, wenn du die welt als teil von dir erkennst. der gespaltene mensch nimmt wahr, erkennt und assoziiert. der geeinte mensch nimmt wahr, assoziiert und erkennt.
das klarste und reinste wasser findest du an der quelle. wie weiter es von da fliesst, umso schmutziger wird es. so ist das neue niemals von der reinheit des alten. fortschritt ist verunreinigung, von welcher nur massive umwälzung uns befreien kann.
vernunft ist glaube. sie existiert für die schwachen menschen, welche sich in den glauben flüchten, aus furcht vor dem eigenen sein. wer glaubt weiss nicht; wer weiss ist nicht.

25. Januar 2011

ohne feuer

Filed under: wegworte — by Tengu @ 22:27
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der drängende ruf nach gewaltloser revolution offenbart angst. feuer wärmt nicht ohne flamme; eis schmilzt nicht ohne feuer. die sehnsucht nach gewaltlosigkeit ist wie das wasser, welches fällt, sich anpasst und nach immer tieferem niveau strebt.  nur das feuer strebt nach oben und damit nach freiheit. wie die revolution stattfindet ist, an sich, unwichtig. wichtig ist nur, dass sie frei ablaufen kann, ohne drang nach kontrolle des prozesses. wenn wir den prozess zu kontrollieren suchen, lassen wir die energien nicht frei fliessen und verhindern somit den optimalen ausgang. kunst kann auch nicht bewusst geschaffen werden.  wenn wir uns einzelnen aspekten unserer existenz verweigern werden wir dabei sicher nicht reifer. nicht das nicht-kämpfen, sondern die art wie gekämpft wird offenbart die wahre natur der betroffenen. wir können uns nicht reifer geben als wir sind. wir sollen die gewalt nicht suchen, aber sie auch nicht fürchten. lass fliessen und alles wird sich fügen. nicht damit wir sie zu verbessern suchen, existiert die welt, sondern um an ihr zu wachsen.

30. Dezember 2010

zur meisterschaft

Filed under: wegworte — by Tengu @ 23:44
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manche menschen versuchen bewusst kunst zu schaffen. das ist unmöglich, denn die bewusste handlung ist der schönheit nicht fähig. ist die natur von kunst einmal erkannt, ist klar, dass nur in der meisterschaft der weg, dann, liegen kann. das kommt daher, dass, ist die meisterschaft erlangt, jede handlung unbewusst vollzogen wird. so entsteht schönheit.

in seiner fähigkeit zur kunst, gleicht keiner dem meister wie der anfänger. beide sind, auf ihre art, frei von der last der technik. der eine kennt nicht, der andere hat vergessen.

lass blühen

Filed under: wegworte — by Tengu @ 16:00
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oft reden die menschen von individualität, von selbstverwirklichung. doch, in wirklichkeit unternehmen sie kaum etwas, weder für das eine, noch zum anderen. viel lieber verlieren sie sich in der darstellung des selbst, als etwas, was es nicht ist. sie produzieren sich, suchen käufliche dinge um sich zu präsentieren. und, ohne dass es ihnen bewusst wird, machen sie sich zum dutzendgesicht, unterscheiden sich von anderen nur undankbar durch marken. sie haben angst, suchen integration, angeblich im sinne der gemeinschaft. solches verhalten ist unsinn. obschon das individuum immer teil eines ganzen bleibt, wird das ganze nur gut, wenn das individuum zuerst nach reinheit strebt. es sind die blumen; durch sie kommt die wiese zur pracht. die blume aber, sie ist aus sich schön, egal wo sie steht.

darum ist es nötig, dass du deine essenz, deine wahre bestimmung, möglichst früh und klar erkennst. deine bestimmung ist deine blume. lass sie blühen, auf ihre art, einzigartig in dir. nur so dienst du wirklich dem ganzen.

11. Dezember 2010

riken no ken

Filed under: gedanken — by Tengu @ 23:14
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riken no ken
ist mich sehen durch dich, ist dich verlieren in mir
ist dich erholen vom ich, ist mich erneuern in dir
ich in dir und du in allem, seh ich mich, versteh ich dich
zusammen wirken wir, von mir zu dir, mit dir im nichts
bewegst du mich
im rhythmus eines herzens.

10. Dezember 2010

tote fische

Filed under: gedanken — by Tengu @ 13:04
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tote fische schwimmen obenauf. die sogenannte, klare sprache ist ein zeugnis der oberflächlichkeit. dies erkennt sofort, wer über die natur von kommunikation sinniert. durch klare sprache wird gehaltvolle aussage zur unmöglichkeit, denn nur trivialitäten lassen sich mit klarheit vermitteln. wer nicht interpretieren will, der will auch nichts erfahren.

gehalt entspringt allein metaphorischer tiefe. aber, wer nicht schwimmen kann, fürchtet sich vor der tiefe und verweilt im seichten.

von der oberfläche betrachtet, steigen fische, wie vögel, durch die bäume.

6. Dezember 2010

zu verändern

Filed under: wegworte — by Tengu @ 23:16
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viele schüler des weges vertiefen sich allzu sehr ins lernen. sie lesen buch um buch, lesen und lernen. kaum haben sie das eine verstanden, gehen sie zum nächsten und lernen weiter. sie sammeln wissen. solche leute kommen, auf dem weg, nirgendwo hin.

lernen und verstehen allein hat keinen wert. das wichtigste an jeder erkenntnis ist, diese dazu zu verwenden, das eigene selbst, entsprechend dieser erkenntnis, zu verändern. in allem was du verstehst, frage dich, was es für dich bedeuten muss. was bedeutet es für deine werte, was für dein verhalten, was für dein weltbild, deine vorlieben, deine abneigungen? jedes neue wissen kommt nicht ohne implikationen. frage dich, wie du dich also verändern musst.

wenn du es vermeidest, dich selbst zu verändern, so wie es deine erkenntnisse verlangen, kommt deine entwicklung schnell an ihre grenzen. du bewegst dich dann nur noch im kreis. wissen ist bloss ein tor, durch welches du auf den weg gelangen kannst. den weg begehen, kannst du aber nur, wenn du selbst zum wissen wirst.

in offenheit

Filed under: gedanken — by Tengu @ 00:50
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wir müssen uns lösen von ideen, wie staaten und nationen, wirtschaft, oder gesetz. sinnvoll können wir nur leben, wenn wir erkennen, dass der ursprung allen übels in uns selber liegt, und uns dann entsprechend verhalten. einjedem müsste klar sein, dass es keine ausreden gibt, im leben, für nichts.

in letzter konsequenz, ist einjedes unglück in der welt, der unfähigkeit von menschen zuzuschreiben. zum einen, weil sie es nicht verhindern konnten; zum anderen aber, weil sie überhaupt an unglück glauben.

es gibt weder glück, unglück, noch zufall. zufall ist, wenn der mensch die übersicht verliert. wenn eine sache zufällig wäre, dann wäre alles zufällig, und wir könnten nicht existieren. darum sagen wir auch, die welt sei ein gemälde, welches betrachtet wird. natürlich, ist es erst die fehlende übersicht, die den menschen erlaubt an freien willen, und ähnliche eitelkeiten, zu glauben. es wird sich eingeredet, es gäbe dinge die man kontrolliere, um später reulos zu verkünden, dass irren schliesslich menschlich sei. irren ist nicht menschlich, sondern egoistisch. und darum geschieht es auch so oft.

schliesse den kreis in offenheit und verfolge seinen weg. dann wird dir vieles enthüllt.

5. Dezember 2010

sind metaphern

Filed under: gedanken — by Tengu @ 15:32
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zu behaupten, wissenschaft sei wahrer als religion, ist wie die feststellung, dass man mit lateinischen buchstaben besser schreiben könne, als mit chinesischen; oder, dass sich mit arabischen zahlen eher rechnen liesse, als mit meso-amerikanischen. das ist, wie zwei dichter, die sich darum zanken, wer von ihnen das echtere gedicht geschrieben hat.

schon die existenz solcher debatten bringt zum vorschein, dass keiner der debattierenden, weiss wovon er spricht. alle dinge sind veranschaulichung anderer dinge. im ganzen universum existiert nichts als die metapher.

von dämonen

Filed under: wegworte — by Tengu @ 00:07
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wenn die menschen fühlen, wie ihre welt vor dem abgrund steht, versuchen sie eifrig alle anderen davon zu überzeugen, dass alles in ordnung ist. das tun sie mit allen mitteln. sie krallen sich an weltliche errungenschaften, oder glauben ihre erinnerungen seien von bedeutung. besessen von den sechs dämonen, sind sie gefangene ihrer selbst.

wir sind wie steine, die fallen, aber behaupten sie fliegen. alles was wir schaffen, ist weder von bestand, noch von bedeutung. im ende zählt nur was du geworden bist. es ist die reinheit deines innersten seins, woran du gemessen wirst.

lerne loszulassen, was du liebst und zu lieben, was du hasst. tu dir gutes, aber besser tu dir schlechtes, und lass dich von beidem nicht beeindrucken. so findest du auf den weg.

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